Frühmorgens, wenn andere noch schlafen und der Kaffee noch gar nicht wirkt, beginnt für uns Jäger und Helfer wieder eine ganz besondere Zeit: die Kitzrettung. Auch heuer waren wir wieder mit Drohnen, Gummistiefeln und viel Herzblut unterwegs, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren – und das mit Erfolg.
Mit der Wärmebildkamera und einem guten Gespür streiften wir durch feuchte, vom Morgentau benetzte Wiesen. Und wer das einmal erlebt hat, der weiß: Ein Kitz zu entdecken, das sich leise und instinktiv ins hohe Gras duckt, ist ein echter Glücksmoment. So ein Augenblick bleibt hängen – jedes Mal aufs Neue.
Danke an alle, die dabei waren
Ein großes Danke an alle, die dabei waren – egal ob beim Tragen der Boxen, beim Absuchen oder einfach als stille Unterstützung im Hintergrund. Und ein ebenso großes Danke an jene Landwirte, die uns rechtzeitig informiert haben, wann gemäht wird. Ohne diese Zusammenarbeit könnten wir vieles nicht rechtzeitig schaffen. Wer früh Bescheid gibt, hilft direkt mit, Leben zu retten – ganz einfach.
Neue Gesichter, neue Freude
Besonders schön war heuer wieder, dass einige neue Gesichter mit dabei waren. Junge Leute, neugierige Begleiter, und manche, die einfach mal reinschnuppern wollten. Wer einmal ein Kitz vorsichtig aus dem Gras hebt, spürt sofort, warum wir das tun. Das ist kein Job – das ist eine Herzenssache.
Was uns noch beschäftigt
Natürlich ist nicht alles glatt gelaufen. Es gab wie jedes Jahr auch kurzfristige Mähtermine und unklare Angaben – ein „irgendwann am Vormittag" oder „wahrscheinlich übermorgen" hilft uns leider nicht viel. Wir wissen, dass die Landwirtschaft von Wetter und Zeitdruck lebt. Aber: Schon eine kurze Info vorab kann entscheidend sein. Und ja – dafür lohnt es sich wirklich.
Was uns besonders beschäftigt hat: Auch etwas ältere Kitze, die wir mit der Drohne sehen, flüchten oft schon, bevor wir sie erreichen. Sie lassen sich nicht mehr so leicht fangen wie die ganz kleinen. Und was passiert dann? Sie kommen nach kurzer Zeit wieder zurück ins hohe Gras – genau dorthin, wo kurz darauf der Mäher anrückt. Die heutigen Maschinen sind schnell, breit und effizient – das ist für solche Rückkehrer leider oft das Ende.
Deshalb sieht man uns Jäger inzwischen auch mit sogenannten „Fischkeschern" durch die Wiesen gehen – große Fangnetze mit langen Stangen. Damit können wir auch flüchtende Kitze auf Distanz noch erwischen. Nicht immer, aber oft. Und jedes Mal, wenn es klappt, ist es ein gutes Gefühl.
Wünsche fürs nächste Jahr
Fürs nächste Jahr wünschen wir uns: mehr offene Kommunikation, mehr helfende Hände – und vielleicht ein paar, die einfach mal mitgehen wollen. Wer Lust hat, dem Drohnenpiloten über die Schulter zu schauen, mit anzupacken oder einfach neugierig ist: Kommt vorbei. Jeder Beitrag zählt.
Die Kitzrettung ist kein Prestigeprojekt. Sie ist eine einfache, ehrliche Sache: draußen sein, helfen, Leben retten. Und genau dieses Gefühl – das wollen wir 2026 wieder spüren. Gemeinsam.