Q4 · 2025 · Gemeindeblatt Waldburg

Winter im Revier – Stille, Spuren und ein herzliches Dankeschön

Der Winter hat Waldburg heuer früh erreicht. Die Wiesen sind gefroren, die Luft ist klar und der Wald wirkt ruhiger als sonst. Die kurzen Tage und langen Nächte geben der Umgebung eine besondere Stimmung. Wer jetzt draußen unterwegs ist, merkt schnell, dass die Natur zurückschaltet. Alles wirkt ein Stück stiller, und man nimmt Kleinigkeiten deutlicher wahr als im Sommer.

Im Revier zeigt sich diese Veränderung deutlich. Das Wild bewegt sich sparsamer und hält sich stärker an seine vertrauten Einstände. In den frühen Morgenstunden und rund um die Dämmerung erkennt man frische Spuren im Boden oder im Schnee. Manchmal genügt ein Blick auf einen Wechsel, um zu sehen, wie sich die Tiere in dieser Jahreszeit orientieren. Der Winter hat seinen eigenen Rhythmus, und wer regelmäßig draußen ist, spürt ihn sofort.

Treibjagd am 27. Dezember 2025

Am 27. Dezember 2025 findet in Mitterreith eine kleine Treibjagd statt. Der Ablauf ist ruhig und vertraut. Da an diesem Tag etwas mehr Bewegung im Gelände ist, bitten wir alle Autofahrer in und um Mitterreith, ein wenig aufmerksamer zu fahren. Wenn Wild in Bewegung kommt, kann es kurzfristig Straßen queren – besonders an Stellen, wo man es nicht erwartet.

Ein achtsamer Blick auf die Straße kann in der Dämmerung entscheidend sein – für Tier und Mensch.

Mit den langen Nächten steigen auch die Wildunfälle. Unter der Woche liegt viel Verkehr genau in jener Zeit, in der sich Wild natürlicherweise stärker bewegt. Wenn Dämmerung und Pendlerverkehr zusammentreffen, kann es schnell zu Begegnungen kommen.

Eine ruhigere Phase der Jagd

Mit dem Winter beginnt eine ruhigere Phase der Jagd. Viele von uns beobachten jetzt mehr, jagen weniger und nehmen das Revier bewusster wahr. Die klare Luft, die Stille im Wald und die winterliche Atmosphäre schaffen Eindrücke, die man länger im Kopf behält. Spuren lesen, Wechsel erkennen oder einfach die besondere Stimmung genießen – all das gehört zum Winter im Revier dazu.

Ein herzliches Dankeschön

Ein Dank an die Bevölkerung, die oft Rücksicht zeigt, wenn wir in den Dämmerungsstunden unsere Pirschgänge durchführen. Viele leinen Hunde an, bleiben auf den Wegen oder warten kurz, wenn sie merken, dass jemand jagdlich unterwegs ist. Das wird von uns sehr geschätzt.

Ein besonders großer Dank gilt den Landwirten. Die Zusammenarbeit bei der Kitzsuche im Frühjahr war wieder ausgezeichnet. Frühzeitige Meldungen, gemeinsames Abgehen der Wiesen und die direkte Mithilfe haben viele Kitze geschützt. Diese Unterstützung ist für uns von großem Wert.

Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr! Wir wünschen einen ruhigen Winter und viele schöne Stunden draußen in der Natur. — Herzlichst, Ihre Jägerschaft Waldburg
Rotfuchs im Revier

Wildtierwissen

Spannende Fakten zum Rotfuchs

Der Rotfuchs gehört zu den anpassungsfähigsten Wildtieren unserer Gegend. Man sieht ihn meist nur kurz in der Dämmerung, doch hinter diesem flüchtigen Eindruck steckt ein erstaunlich cleverer Jäger.

Das feinste Gehör im Revier

Sein Gehör ist so fein, dass er Mäuse sogar unter einer geschlossenen Schneedecke orten kann. Mit dem typischen „Maus-Sprung" schlägt er dann präzise zu.

Wohngemeinschaft mit dem Dachs

Füchse nutzen gerne alte Dachsbauten und ziehen dort im Frühjahr ihre Welpen groß. Die Fähe bringt meist vier bis sechs Junge zur Welt, die in den ersten Wochen kaum den Bau verlassen.

Kommunikativ und einzelgängerisch

Füchse leben überwiegend allein, sind aber sehr kommunikativ. Sie keckern, bellen und schreien – manche Ranzlaute klingen fast menschlich.

Kleiner als er aussieht

Viele erwachsene Füchse wirken größer, als sie tatsächlich sind. Meist bringen sie nur fünf bis acht Kilogramm auf die Waage – das dichte Winterfell lässt sie jedoch deutlich stattlicher erscheinen. Der Fuchs ist ein faszinierender Bewohner unserer Kulturlandschaft: wendig, vorsichtig und erstaunlich intelligent.

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