Q1 · 2026 · Gemeindeblatt Waldburg

Frühling im Revier – Kitze, Kuckuck und ein kleiner Jäger

Der Frühling ist da. Man merkt es überall. Die Tage werden länger, die Wiesen werden grün und im Wald wird es plötzlich wieder lebendig. Nach den stillen Wintermonaten kehrt Schritt für Schritt neues Leben zurück.

Wer früh unterwegs ist, hört es besonders gut. Die Vögel beginnen schon in den ersten Morgenstunden mit ihrem Konzert. Amseln, Meisen und Finken sind wieder aktiv, und auch der Kuckuck meldet sich bald aus den Wäldern. Auf den Feldern ziehen Hasen wieder ihre Bahnen und in der Dämmerung sieht man wieder häufiger Rehe auf den Wiesen stehen.

Der Frühling ist für viele Wildtiere eine besonders wichtige Zeit. Nach dem Winter beginnt eine Phase des Aufbaus. Nahrung ist wieder reichlich vorhanden, die Tiere werden aktiver und bereiten sich auf die kommenden Monate vor. Für uns Jäger ist diese Zeit immer auch eine Gelegenheit, genauer hinzuschauen und die Natur bewusst zu beobachten.

Am 1. Mai beginnt die Jagdsaison

Am 1. Mai beginnt traditionell die Jagdsaison auf Rehwild. Für viele Außenstehende ist das der sichtbare Start der jagdlichen Tätigkeit im Jahr. In Wahrheit sind wir aber schon lange vorher draußen unterwegs. Revierrunden, Beobachtungen und die Pflege von Lebensräumen gehören ebenso dazu wie der Austausch mit Landwirten und Grundeigentümern.

Gerade im Frühling zeigt sich sehr gut, wie eng Landwirtschaft, Wald und Wild miteinander verbunden sind. Wenn die Wiesen wachsen und bald gemäht werden, beginnt auch eine Zeit, in der besondere Aufmerksamkeit gefragt ist.

Kitze und Kitzrettung

In vielen Wiesen setzen die Rehgeißen ihre Kitze ab. Die kleinen Tiere liegen meist regungslos im hohen Gras und verlassen sich auf ihre Tarnung. Dieses Verhalten schützt sie normalerweise sehr gut vor Feinden.

Damit sie auch bei der Mahd sicher bleiben, spielt die Kitzrettung eine wichtige Rolle. In vielen Revieren werden Wiesen in den frühen Morgenstunden abgesucht. Mit Drohnen oder durch aufmerksames Absuchen können viele Kitze rechtzeitig entdeckt und aus der Gefahrenzone gebracht werden.

Dabei sind wir auch auf die Mithilfe der Landwirte angewiesen. Wenn vor der Mahd kurz Bescheid gegeben wird, können die Flächen vorher kontrolliert werden. So lässt sich in vielen Fällen verhindern, dass Jungwild zu Schaden kommt.

Ein kurzer Anruf vor der Mahd kann einem Kitz das Leben retten – für uns Jäger ist das der wertvollste Hinweis, den wir bekommen können.

Unsere Bitte: Hunde an die Leine

Auch Spaziergänger können einen wichtigen Beitrag leisten. Bitte führt Hunde im Frühjahr im Wald und auf Wiesen an der Leine. Gerade junge Kitze haben gegen einen freilaufenden Hund keine Chance. Selbst wenn der Hund nur spielen möchte, kann das für ein Kitz tödlich enden. Mit einer Leine lässt sich dieses Risiko ganz leicht vermeiden.

Frohe Ostern aus dem Revier

Der Frühling bringt aber nicht nur neues Leben in Wald und Flur, sondern auch ein Fest, auf das sich viele Kinder besonders freuen. Ostern steht vor der Tür.

Wir wünschen allen kleinen Waldburgern viel Freude bei der Osternestsuche. Vielleicht hat der Osterhase sein Nest heuer besonders gut versteckt – zwischen Garten, Wiese und vielleicht sogar am Waldrand. Mit etwas Glück hört man dabei den Kuckuck rufen oder entdeckt ein Reh auf der Frühlingswiese.

Weidmannsheil und Frohe Ostern! Wir wünschen allen Waldburgern schöne Feiertage, viele angenehme Stunden draußen in der Natur und einen guten Start in den Frühling. — Herzlichst, Ihre Waldburger Jägerschaft
Mauswiesel im Revier

Wildtierwissen

Spannende Fakten zum Mauswiesel

Das Mauswiesel ist das kleinste Raubtier Europas. Ein ausgewachsenes Tier wird oft nur etwa 20 Zentimeter lang und wiegt kaum mehr als eine Tafel Schokolade. Trotz seiner geringen Größe ist es ein äußerst geschickter Jäger.

Ein Spezialist auf Mäusejagd

Sein Name verrät bereits, was am Speiseplan steht. Mäuse bilden die Hauptnahrung. Ein Mauswiesel frisst täglich mehrere Mäuse und hilft damit ganz nebenbei, deren Bestand in der Natur zu regulieren. Besonders in Wiesen, Feldrainen oder an Waldrändern ist es unterwegs.

Der schlanke Körper als Vorteil

Typisch für das Mauswiesel ist sein schlanker Körper. Dadurch kann es sogar in Mäusegänge kriechen und seine Beute direkt im Bau verfolgen. Im Winter bleibt sein Fell braun mit weißer Unterseite. Das größere Hermelin dagegen bekommt im Winter ein weißes Fell.

Selten zu sehen, überall vorhanden

Obwohl das Mauswiesel sehr verbreitet ist, bekommt man es nur selten zu Gesicht. Es bewegt sich blitzschnell, lebt versteckt und nutzt dichtes Gras, Hecken oder Steinmauern als Deckung. Ein kleines Tier – aber ein wichtiger Helfer im Gleichgewicht unserer Landschaft.

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